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Toyota trotz neuer Aerodynamik noch zu langsam

18. Februar 2005 - 18:19 Uhr

Bei den Tests in Barcelona hat Toyota einen modifizierten TF105 präsentiert, dennoch fehlt noch zu viel auf die Spitzenzeiten

Ralf Schumacher
Toyota gibt sich optimistisch, bei den Tests hatte man aber zahlreiche Probleme
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Man kann schönfärben, was man will, an einer Tatsache gibt es nichts zu rütteln: Toyota fährt auch mit dem neuen Aerodynamikpaket, das Anfang dieser Woche vorgestellt worden ist, der Konkurrenz hinterher. Bei den Testfahrten diese Woche hat sich dieser Eindruck bestätigt, obwohl die Kommentare der Fahrer durchaus ermutigend wirken.

"Es ist ganz gut gelaufen", fasste etwa Jarno Trulli die vergangenen Tage zusammen. "Wir haben viele Runden gedreht, aber es ist ziemlich schwierig, eine genaue Einschätzung abzugeben, weil die Streckenbedingungen ziemlich ungewöhnlich waren. Sie haben den Asphalt kürzlich neu gemacht, dadurch ist es schwer zu verstehen, wie man das Maximum aus Auto und Reifen herausholen kann. Außerdem hat der Wind gestört, was es noch einmal schwieriger macht, die Zeiten zu vergleichen."

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Reifen wurden erst am Ende der Stints richtig schnell

Mit der neuen Aerodynamik sei es "von Anfang an gut" gelaufen, warf er allerdings ein: "Ungewöhnlich war bei diesem Test aber, dass Fahrer mit alten Reifen schneller waren als jemand mit einem ganz frischen Satz. Daher ist es schwierig, das wahre Potenzial des Autos zu verstehen. Niemand war gleich auf den ersten Runden schnell, sondern alle brauchen ein bisschen, um auf Zeit zu kommen. Das haben wir spät realisiert, dennoch können wir zuversichtlich nach Melbourne fahren."

Von einer "massiven" Verbesserung spricht auch Ralf Schumacher: "Wir können nicht genau sagen, wie viel schneller wir geworden sind, weil die Bedingungen schwierig und die Zeiten durcheinander waren. Es ist auch schwierig, die Zeiten mit dem letzten Test zu vergleichen, weil der Asphalt damals noch ganz neu war. Es hilft aber immer, mehr Downforce zu haben, und das ist jetzt auf jeden Fall ein Schritt nach vorne."

Man habe zwar noch Arbeit zu erledigen, gab der 29-Jährige zu, "aber bis jetzt mit ich mit dem Paket recht happy", wie er anfügte. Heute gab es dann aber Probleme: Erst rollte Schumacher am Ende der Boxengasse aus, dann musste er den Test nach einem Dreher vorzeitig beenden. Was war los, Ralf? "Ich habe mich spät am Nachmittag wegen eines elektrischen Defekts gedreht. Leider war die Zeit zu kurz, um das Auto zu reparieren und sinnvoll weiterzuarbeiten", entgegnete er.

"Nicht mehr so einfach, die Reifen auf Temperatur zu bekommen"

Auch Schumacher ist aber aufgefallen, dass die Reifen auf den ersten Runden noch Performance vermissen lassen: "Mit den härteren Mischungen und weniger Downforce ist es nicht mehr so einfach, die Reifen in der ersten Runde auf Temperatur zu bekommen. Es ist hier in Barcelona aber auch extrem kalt. Ich glaube nicht, dass dieses Problem bei Normaltemperaturen auch so akut ist. Wir gehen nach Melbourne und werden alles geben, um mit einer Zielankunft in den Punkten zu beginnen."

Der Blick auf die statistische Auswertung der Testwoche in Barcelona dämpft den Optimismus der Aussagen jedoch ein wenig: Im Schnitt verlor der TF105 1,874 Sekunden auf die Tagesbestzeit und war damit das zweitlangsamste Fahrzeug. Gut 1.650 absolvierte Kilometer bedeuten Platz sieben in einer solchen Wochenwertung. Zum Vergleich: Renault hat mit dem R25 knapp 3.750 Kilometer abgespult.

Zonta testete einen TF104 nach 2005er-Reglement

Ihr
Christian Kuhn Parallel zu Trulli und Schumacher war Testfahrer Ricardo Zonta im TF104 aus der vergangenen Saison im Einsatz. Der Brasilianer konzentrierte sich auf Versuche mit den Michelin-Reifen, "denn das ist dieses Jahr besonders wichtig", wie er protokollieren ließ: "Wir haben einen TF104 verwendet, allerdings angepasst an das Abtriebsniveau dieser Saison. Es war wegen der Long-Runs ziemlich anstrengend für mich. Außerdem ist es schwierig, eine Reifenmischung auszuwählen, weil man zwischen ihnen kaum einen Unterschied spürt."

Insgesamt sei es aber gut gelaufen, so Zonta, für den nun erst einmal Urlaub auf dem Programm steht: "Von hier aus fliege ich jetzt für zehn Tage zurück nach Brasilien", sagte er heute Abend. "Von dort aus geht es dann weiter nach Australien. Ich werde am Dienstag vor dem Grand Prix anreisen." Am Freitag sitzt er dann in Melbourne wieder im neuen TF105, schließlich wurde er von Toyota als dritter Fahrer für die Rennwochenenden nominiert.

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