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Alonso: "Ich kann nicht verlieren"

27. Oktober 2005 - 12:02 Uhr

Der Weltmeister über seine harten aber lehrreichen Anfangsjahre, seinen Ehrgeiz und die Angst vor dem Verlieren

Fernando Alonso
Weltmeister Fernando Alonso sieht sich am liebsten in Jubelpose
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso hat mit seinen 24 Jahren als Formel-1-Weltmeister schon so viel erreicht, wie kein Formel-1-Pilot dieses Alters vor ihm. Damit hat der Spanier sein Hauptziel in der Formel 1 bereits in die Tat umgesetzt, um jeden Preis zehn Jahre in der Formel 1 fahren möchte er auf keinen Fall: "Sehe ich keine Chance zu gewinnen, höre ich auf. Eine Saison, wie sie jetzt Michael Schumacher hatte, würde ich mir nicht oft antun", erklärt der Renault-Pilot in einem Interview mit der 'auto, motor und sport'.

Immer wieder lobt Teamchef und Manager Flavio Briatore die Abgeklärtheit seines Schützlings, die so gar nicht kompatibel zu seinem Alter sei. Doch für "Nano" ist die Coolness logisch, schließlich fahre er schon seit er drei Jahre alt ist Rennen: "Als ich acht oder neun war, bin ich ganz allein, ohne Eltern, nach Italien gereist, um dort Kartrennen zu bestreiten. So wird man schneller erwachsen. Ich habe bis zu 50 Rennen im Jahr bestritten und 21 Jahre Erfahrung im Gepäck. Im normalen Leben bin ich 24, im Rennauto älter."

So verhielt sich der Rennfahrer aus Oviedo auch in der abgelaufenen Formel-1-Saison taktisch, um den Titel zu gewinnen und ihn nicht durch jugendlichen Leichtsinn und übertriebenem Ehrgeiz aufs Spiel zu setzen: "In der zweiten Saisonhälfte war mein Fahrplan klar. Der Vorsprung war so groß, dass ich ihn nur durch Fehler hätte verlieren können. Also habe ich mich voll darauf konzentriert, defensiv zu fahren und Fehler zu vermeiden." Dies bedeutete: Weniger Risiko in den Rennen bei Zweikämpfen und: "Da drückte ich den Tempomat für die Boxengasse lieber ein paar Meter früher als zu spät."

"Wenn ich beim Kartenspielen verliere, könnte ich heulen."
Fernando Alonso

Kombiniert mit seinem unbändigen Ehrgeiz macht diese Überlegtheit Fernando Alonso zu einem verdienten Champion: "Ich will jeden Wettbewerb gewinnen", so der Rennfahrer aus Oviedo. "Nur darum geht es. Wenn ich mal nicht mehr Formel 1 fahre, muss ich etwas Neues finden, wo ich gut genug bin. Ein anderer Sport, vielleicht Kartenspielen. Ich kann nicht verlieren. Wenn ich beim Kartenspielen verliere, könnte ich heulen."

Bei allem Erfolg, bescheiden ist Alonso auch geblieben, während viele seiner Kollegen schon abheben, wenn sie lediglich den Sprung in die Formel 1 geschafft haben: "Teure Autos, große Häuser - das bedeutet mir nichts. Ich komme aus einer Familie, die nie viel Geld hatte. Wenn ich etwas sehe, das mich interessiert, kaufe ich es. Aber nicht einfach so, nur um es zu haben." So sagt Alonso von sich auch, dass ihm ein höher dotierter Vertrag weniger wert ist als ein konkurrenzfähiges Auto.

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