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White: "Zuverlässigkeit hängt nur von der Disziplin ab"

29. Oktober 2005 - 15:40 Uhr

Rob White, der schlaue Kopf hinter dem Renault-Motor, spricht über das 2005 so entscheidende Streben nach absoluter Zuverlässigkeit

Rob White
Rob White ist stolz auf die Zuverlässigkeit seines diesjährigen Renault-Motors
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Rob, die Saison 2005 war mit der auf zwei Rennwochenenden ausgedehnten Motorenlebensdauer von ungefähr 1.400 Kilometern eine große Herausforderung. Wie seid ihr dieses Problem angegangen?"
Rob White: "Die Regeländerungen wurden zu spät bekannt gegeben, um einen fundamentalen Einfluss auf die Philosophie des Motors zu nehmen. Die ersten Motoren für 2005 liefen schon auf dem Prüfstand, als die definitiven Regeln bestätigt wurden. Um den Anforderungen der Regeln zu entsprechen, mussten wir jede einzelne Komponente des Motors unter die Lupe nehmen und detaillierte Risikoanalysen durchführen. Das war eine Menge Arbeit."

Frage: "Welche Bereiche mussten umgestaltet werden?"
White: "Die Hauptkomponenten, die wir modifizieren mussten, waren leicht verschleißende Teile wie zum Beispiel die Ventile oder die Kolben. Diese Teile mussten viermal so lang halten wie noch vor vier Jahren! Um komplett sicher sein zu können, führten wir einige sehr strenge Qualitätskontrollen ein. Unsere Abnahmeprozeduren beinhalten hunderte Prozesse tausender Teile. Wir streben immer nach der perfekten Zuverlässigkeit."

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Frage: "Gibt es in diesem Bereich ein magisches Erfolgsgeheimnis?"
White: "Nein. Zuverlässigkeit hängt nur von der Disziplin ab. Wir haben versucht, jede Unsicherheit im Design aufzuspüren, und wir waren rigoros, wenn es um die Abnahme und die Testprozeduren ging. Jeder Leistungsschritt wurde von einer präzisen Studie über die Auswirkungen für die Zuverlässigkeit des Motors begleitet. Unsere Philosophie war es nie, isoliert gesehen den stärksten Motor zu bauen, sondern insgesamt das schnellste und zuverlässigste Auto. Das sind zwei ausgeprägte Faktoren."

Frage: "Die Suche nach Zuverlässigkeit muss doch eine permanente Frustquelle sein, nicht wahr?"
White: "Eine Nullquote an Defekten ist das einzig vernünftige Ziel, wenn man um einen WM-Titel kämpfen will. Wir gehen große Mühen ein, um beide Autos zuverlässig zu machen und jedes noch so kleine Problem zu identifizieren und zu lösen. Allerdings bedeuten die Anforderungen in Sachen Weiterentwicklung und die Zeit/Ressourcen-Beschränkungen, innerhalb derer wir arbeiten, dass man sich nie der absoluten Zuverlässigkeit sicher sein kann."

"In Wahrheit muss man in der Fabrik und an der Rennstrecke schwierige Entscheidungen treffen, um das Pendel zugunsten des einen oder des anderen Parameters ausschlagen zu lassen. Eine der Stärken unseres Teams ist die Fähigkeit, den richtigen Kompromiss zu finden."

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