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Dupasquier spricht sich erneut gegen Reifenwechsel aus

23. November 2005 - 13:19 Uhr

Es ist kein Geheimnis, dass Michelin von der veränderten Reifenregel nicht begeistert ist - Dupasquier übt wieder Kritik an der FIA

Pierre Dupasquier
Dupasquier vergangene Woche beim 'Global Motorsports Congress' in Frankfurt
© GMC

(Motorsport-Total.com) - Es ist kein Geheimnis, dass Michelin von der veränderten Reifenregel für 2006 nicht begeistert ist, die bekanntlich ein Auswechseln der Pneus beim Boxenstopp im Gegensatz zur abgelaufenen Saison wieder erlaubt. Effektiv bedeutet dies eine Rückkehr zur Situation von 2004, als Konkurrent Bridgestone mit Ferrari sportlich klar die Oberhand hatte.

Michelin hatte sich im Vorfeld der Saison 2005 dafür stark gemacht, mit nur noch einem Reifensatz Qualifying und Rennen zu bestreiten, um die explodierenden Kosten in der Formel 1 in den Griff zu bekommen. Der französische Pneuhersteller meisterte den Konzeptwechsel brillant, gewann 18 von 19 Rennen und musste nur beim Skandalrennen in den USA eine - dafür umso denkwürdigere - Niederlage einstecken.

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Dass die im ersten Jahr gesammelten Erfahrungen nun wieder über den Haufen geworfen werden, empfindet Sportchef Pierre Dupasquier als enttäuschend: "Wir stimmen dem überhaupt nicht zu", sagte er der 'Gazzetta dello Sport'. "Mosley hat verlangt, dass wir die Kosten und die Geschwindigkeit reduzieren, also haben wir nur noch einen Satz für den ganzen Grand Prix vorgeschlagen. Nach einer spannenden Saison mit dem Highlight in Japan bin ich damit happy."

Der nunmehrige Kurswechsel sei "eine Abwertung eines jeden Grand Prix'", so der 68-Jährige, "aber wir haben kein Problem mit dem Verband (der FIA; Anm. d. Red.). Allerdings ist es uns diese Saison gelungen, die Früchte der Arbeit, die wir 2001 begonnen haben, mit 18 Siegen und zwei WM-Titeln zu ernten. Nun müssen wir wieder bei Null anfangen." Auch die Erfahrungen von 2004 könne man wegen der inzwischen fortgeschrittenen Entwicklung kaum noch verwenden.

Darüber hinaus steht noch immer im Raum, dass sich Michelin aus der Formel 1 zurückziehen könnte, sobald die FIA Einheitsreifen einführt. Zwar wollte Dupasquier auf Anfrage von 'F1Total.com' eine Teilnahme an der Ausschreibung um das Pneumonopol in der Königsklasse nicht dezidiert ausschließen, doch im Moment stehen die Weichen wohl eher auf Rückzug. Die endgültige Entscheidung liegt aber bei Konzernchef Edouard Michelin.