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Keine schlaflosen Nächte bei BMW und Mercedes

28. April 2008 - 12:45 Uhr

Ferrari scheint momentan das klar stärkste Team der Formel 1 zu sein, aber die beiden deutschen Hersteller lassen den Kopf nicht hängen

Kimi Räikkönen
Der Ferrari-Express läuft wie geschmiert, aber die Konkurrenz lauert
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Italien träumt bereits vom roten Durchmarsch zum WM-Titel, doch den Verfolgern BMW und Mercedes bereitet der zweite Ferrari-Doppelsieg in Folge noch keine schlaflosen Nächte. "Sorgen muss man sich immer machen, wenn man nicht selber ganz vorne wegfährt", sagte zwar BMW Motorsport Direktor Mario Theissen, der nach einem Rennen den Platz an der Sonne wieder an Ferrari abtreten musste, aber ebenso wie Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist Theissen überzeugt, "dass sich die Kräfteverhältnisse im Saisonverlauf sehr wohl noch ändern können".

Durch den Sieg von Weltmeister Kimi Räikkönen, der damit in der Fahrerwertung schon ein Neun-Punkte-Polster hat, und Platz zwei von Felipe Massa hat Ferrari in der Konstrukteurswertung einen großen Sprung gemacht. Doch Lewis Hamilton im Silberpfeil und Robert Kubica im BMW Sauber F1.08 waren fast im Windschatten des Ferrari-Duos.

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Und ihre Teamkollegen Heikki Kovalainen durch seinen spektakulären Unfall und Nick Heidfeld, der während einer Safety-Car-Phase nachtanken musste und dafür eine Zeitstrafe kassierte, gingen ohne eigenes Verschulden leer aus. Kein Wunder, dass Rekordweltmeister Michael Schumacher vor den deutschen Weltkonzernen warnt: "Die Konkurrenz ist uns dicht auf den Fersen. Wir dürfen sicher nicht davon ausgehen, dass wir jedes Rennen gewinnen können. Dafür müssen wir hart arbeiten", meinte der heutige Ferrari-Berater.

"Klar ist, dass Ferrari derzeit das schnellste Auto hat", konstatierte Theissen. "Und wenn sie dann beide Autos ins Ziel bringen, ist ein Doppelsieg eine fast natürliche Folge. Ich hatte aber den Eindruck, dass das Feld an der Spitze gar nicht so weit auseinander ist. Ich glaube zwar, dass Ferrari noch ein bisschen was in Reserve hatte, aber so viel nun auch wieder nicht, denn sonst hätten wir das im Qualifying gesehen."

Auch Haug hatte keinen großen Unterschied ausgemacht. Nach dem Neustart nach Kovalainens Unfall habe der Abstand über 37 Runden und damit mehr als die Hälfte des Rennens "immer zwischen drei und fünf Zehntelsekunden gependelt", sagte der Mercedes-Sportchef. "Und da hat Ferrari nicht gebummelt."

Der frühere Weltmeister Keke Rosberg ist allerdings anderer Meinung als Theissen und Haug: "Ich glaube nicht, dass wir die wahre Leistung von Ferrari gesehen haben. Für mich sind sie mit Sparflamme gefahren. Wenn es notwendig wird, werden die ihr wahres Gesicht zeigen", sagte der 'Premiere'-Experte.

Geradezu euphorisch feierte unterdessen die italienische Presse die "rote Symphonie" ('Il Messagero'): "Die Ferrari-Dominanz ist beeindruckend. McLaren und BMW sind in weiter Ferne. Die WM 2008 könnte schon in Spanien zu Ende gegangen sein", schrieb die 'Gazzetta dello Sport'. "Der Vorsprung gegenüber den Rivalen ist fast peinlich", kommentierte 'Tuttosport'.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali will allerdings von einer Vorentscheidung überhaupt nichts wissen: "Es wird dieses Jahr extrem eng. Wir führen zwar in der Fahrer- und Konstrukteurswertung, aber es wird eine lange, lange Weltmeisterschaft, glaubt mir", sagte der 42-Jährige.

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