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Kinderkrankheiten mit Toyotas neuer Aerodynamik

30. April 2008 - 13:16 Uhr

Das Toyota-Team führte in Barcelona eine ganze Reihe aerodynamischer Neuerungen ein, diese funktionierten aber nicht wie gewünscht

Noritoshi Arai
Noritoshi Arai ist mit der Umsetzung der neuen Aeroteile nicht zufrieden
© Toyota

(Motorsport-Total.com) - Wie fast alle Teams brachte auch Toyota zum Grand Prix von Spanien in Barcelona eine runderneuerte Aerodynamik. Diese wurde in der Woche vor dem Rennen auf dem Circuit de Catalunya getestet, aber schlussendlich fanden am vergangenen Wochenende doch nicht alle Teile wie geplant den Weg auf den TF108.

"Wir hatten eine neue Nase, ausgestattet mit dem neuen Frontflügel, den wir schon im Freien Training in Bahrain getestet haben", erklärte Toyotas Direktor für Technische Koordination, Noritoshi Arai. "Dann hatten wir einen neuen Seitensteg, der den vor dem Seitensteg befindlichen oberen Crashflügel mit dem Barge-Board verbindet. Die dritte Modifikation war die Einführung einer kleinen dreieckigen Öffnung im Abgaskanal. Und es wurde eine Aussparung in die hinteren Radfelgen eingebracht."

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Balance einmal so, einmal so

"Die neue Front beeinträchtigte die Stabilität der Fahrzeugbalance bei starkem Wind."
Noritoshi Arai

Trotz dieser Neuerungen waren Jarno Trulli und Timo Glock am Freitagnachmittag nicht mit der Balance zufrieden - erst klagten sie über Untersteuern, nach der Einleitung von Gegenmaßnahmen übersteuerte der TF108 auf einmal. Das hatte einen Grund: "Die Prüfung der Daten aus dem Freitagstraining ließ erkennen, dass die neue Frontflügel/Nase-Kombination die Stabilität der Fahrzeugbalance bei starkem Wind beeinträchtigte", erläuterte Arai.

"Trotz des großen Potentials der neuen Teile wurde daher beschlossen, beim Rennen anstelle der am Freitag getesteten Version wieder das vorherige Paket einzusetzen. Leider gab uns auch das ältere Frontflügelpaket nicht zwangsläufig die gesuchte Balance", so der Japaner. Und weiter: "Soweit zu erkennen war, hatten die neuen Teile einen positiven Effekt. Ehrlich gesagt hatten wir aber Probleme damit, eine die Modifikationen optimal zum Tragen bringende Einstellung zu finden."

Arai ist davon überzeugt, dass Toyota in den vergangenen Wochen in die richtige Richtung entwickelt hat, aber es braucht eben noch ein bisschen Zeit, um zu verstehen, wie man aus dem veränderten Chassis das Maximum herausholen kann. Beim Türkei-Grand-Prix soll der nächste Anlauf folgen: "Ich glaube, dass das wirkliche Leistungsvermögen unseres Wagens sehr viel größer ist, als im Rennen zu erkennen war", teilte Arai mit.

Unnötiger dritter Boxenstopp

"Ich kann nur sagen, dass dieser Patzer auf die Kappe des Teams geht."
Noritoshi Arai

Glock spielte im Rennen am Sonntag übrigens zu keinem Zeitpunkt eine Rolle, aber Trulli war unterwegs zu einem sechsten Platz, als er plötzlich ein drittes Mal an die Box kam. Aber der Italiener wurde von der Toyota-Crew durchgewinkt - offensichtlich ein Missverständnis. Arai bestätigte dies: "Ich kann nur sagen, dass dieser Patzer auf die Kappe des Teams geht", gab der Toyota-Techniker zu Protokoll.

"Wir hatten für Jarno nur zwei Stopps geplant, er fuhr aber ein drittes Mal an die Box, weil das Team bei der Kommunikation Jarno mit Timo verwechselte, bei dem nach Kontakt mit David Coulthard der Frontflügel auszutauschen war", sagte er. "Dadurch wurde in Runde 53 Jarno an die Box gerufen, obwohl er an sechster Stelle lag und keinen Boxenbesuch benötigte. Als wir den Fehler bemerkten, ließen wir ihn ohne Anhalten durch die Gasse fahren. Der Umweg kostete ihn aber zwei Plätze."

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