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Ferrari siegessicher in Istanbul

08. Mai 2008 - 23:29 Uhr

Kimi Räikkönen und Felipe Massa rechnen sich beim Grand Prix in der Türkei beste Siegchancen aus - Istanbul gilt als Ferrari-Strecke

Barcelona
Gruppenbild mit Jubel: Kann Ferrari seine Dominanz auch in Istanbul wiederholen?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Für Ferrari läuft alls nach Plan. Nach einer kurzen Schwächephase beim Saisonauftakt in Melbourne fahren die Roten vorneweg. Die Überlegenheit von Kimi Räikkönen in Barcelona war zuletzt dermaßen deutlich, dass sich die Konkurrenz von McLaren-Mercedes und dem BMW Sauber F1 Team bis auf weiteres mit dem Kampf um die folgenden Plätze abgefunden hat. Auch beim kommenden Rennen in Istanbul ist Ferrari der haushohe Favorit.

Kimi Räikkönen ist amtierender Weltmeister und droht den Mitstreitern: "Ganz sicher ist mein Job einfacher geworden, weil es meine zweite Saison bei Ferrari ist. Je länger man mit Leuten zusammenarbeitet, umso besser versteht man sie - wie sie arbeiten, was sie vorhaben und was sie vorn dir erwarten. Natürlich ist das Auto in diesem Jahr ein anderes, aber das Umfeld ist gleich geblieben und wir wissen, wie wir das Beste aus dem Auto herausholen können."

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Dominanz scheint ungebrochen

Die Aussagen des ansonsten zurückhaltenden Finnen dürfen von der Konkurrenz als deutliches Zeichen der aktuellen Ferrari-Übermacht gewertet werden. "Ich möchte jedes Rennen gewinnen, aber das leider nicht immer möglich. Aber meine Einstellung ist immer die gleiche: ich will gewinnen. So gehe ich an jedes Rennen. Normalerweise kann man nach den Qualifying schon besser abschätzen, was man erwarten darf."

"Ganz sicher ist mein Job einfacher geworden."
Kimi Räikkönen

"Ich Barcelona hatte ich zum Beispiel ein vollkommen problemloses Wochenende und zwar von Beginn an. Das ist sehr wichtig, denn dann bist du auch sofort zuversichtlich. Am Samstag bedeutete die Pole-Position dann die gute Grundlage für Sonntag. Ich ging als Erster in die erste Kurve. Dann fing ich an, hart zu pushen, aber ich merkte, dass ich das Rennen kontrollieren konnte, auch wenn das Safety-Car mein Leben etwas schwerer machte."

In der Fahrerwertung hat sich Räikkönen bereits ein Polster von neun Punkten auf seinen nächsten Verfolger anlegen können. "Ich denke, es ist noch zu früh im Jahr, um über den Meistertitel nachzudenken. Wir haben schon oft erlebt, dass sich bei den kommenden Rennen in Monaco und Montreal das Blatt sehr schnell wenden kann. Wir können jetzt kaum einschätzen, wie stark wir dort sein werden. Nach diesen beiden Rennen werden wir aber ein recht klares Bild für die restliche Saison haben."

Kimi wieder unschlagbar?

"Ich hoffe, dass dieses Wochenende ähnlich problemlos verläuft wie das in Barcelona und dass wir konkurrenzfähig sein können. Vieles hängt davon ab, welche Leistung McLaren und BMW zeigen können. In gewisser Weise helfen sie uns. Der jeweils Schnellere nimmt dem anderen Punkte weg. Ferrari war hier immer stark und ich konnte im allerersten Jahr hier gewinnen, was natürlich ein positiver Aspekt ist. Mein Gefühl sagte mir aber, dass die anderen Teams dieses Mal konkurrenzfähiger sein werden als im vergangenen Jahr."

"Es ist noch zu früh im Jahr, um über den Meistertitel nachzudenken."
Kimi Räikkönen

Etwas mehr Spannung an der Spitze täte der Formel 1 sicherlich wieder gut. Die Abschaffung der Fahrhilfen sollte in dieser Saison für zusätzliches Spektakel sorgen, doch Räikkönen schränkte ein: "Um ehrlich zu sein, merkt man den Verlust der Traktionskontrolle gar nicht, wenn das Auto gut funktioniert. Nur wenn das Setup und die Balance nicht genau passen, dann vermisst man die Fahrhilfen ein wenig. Wir hatten eigentlich erwartet, dass die Reifennutzung mit den neuen Regeln ein Problem darstellen könnte, aber Bridgestone scheint da einen guten Job gemacht zu haben."

Der Kampf um den Sieg in Istanbul wird sich voraussichtlich hausintern entscheiden. Ferrari-Teamkollege Felipe Massa schielt ebenso wie der aktuelle Champion auf einen Erfolg am Bosporus: "Ich liebe diese Strecke. Warum sollte ich auch nicht, wo ich doch in den vergangenen beiden Jahren hier gewonnen habe. Vor allem in den schnellen Passagen macht es sehr viel Spaß."

Massa ist Türkei-Spezialist

Der Brasilianer kommt mit besten Erinnerungen in die Türkei: "Ich bin natürlich zuversichtlich, weil ich hier schon gewonnen habe. Ich kann gar nicht sagen, warum ich gerade hier so gut war. Ich mag die Strecke, aber ich mag auch andere Strecken und kann auf denen schnell sein." Massa kämpft im teaminternen Duell nach wie vor um den Anschluss. Die verpatzten Auftritte zu Saisonbeginn haben ihn in der Fahrerwertung viel Boden gekostet.

"Wir sind beide gut, wir können hier beide am Wochenende gewinnen."
Felipe Massa

"Kimi hat in Malaysia gewonnen, ich in Bahrain, er dann wieder in Spanien. Wir wollen mal hoffen, dass wir diese Reihenfolge beibehalten und zwar bis zum Ende der Saison. Das wäre fantastisch! Wir sind beide gut, wir können hier beide am Wochenende gewinnen. Ich fühle mich stark und war auch in Barcelona stark, aber ich habe mich am Samstag im Qualifying aller Siegchancen beraubt. Wir haben in diesem Jahr gesehen, wie wichtig die Qualifikation ist. Ich ziele also auf ein gute Zeittraining und dann sollte ich den Sieg am Sonntag ins Auge fassen können."

"Genauso bei der Titeljagd: wenn Ferrari weiter gewinnt, könnte es zwischen mir und Kimi recht eng werden. Aber es können so viele Dinge passieren. Man kann als Fahrer mal Pech haben oder es tauchen technische Probleme auf. Es kann auch mal sonderbare Umstände geben und man landet außerhalb der Punkte. Es ist noch ein weiter Weg. Die vergangenen drei Rennen liefen aus Ferrari-Sicht sehr gut, aber wir wissen, dass sich in unserem Sport die Dinge schnell ändern können. Wir müssen also jeden Tag weiter hart arbeiten, bis zum Ende der Saison müssen wir das durchhalten."

Nase bleibt diesmal dicht

"Wenn Ferrari weiter gewinnt, könnte es zwischen mir und Kimi recht eng werden."
Felipe Massa

"Wie gehabt ist das Auto sehr gut und wir haben alle Chancen auf einen Sieg hier, wenn wir uns gut konzentrieren. Im vergangenen Jahr passte die Strecke einfach gut zu unserem Auto, aber wir hatten dann Schwächen in Monaco, Kanada und Indianapolis. Wir wissen nicht, wie es in diesem Jahr sein wird, aber wenn wir hier und ich Monaco sowie Montreal stark sind, ist das schon ein deutliches Zeichen für den Rest der Saison."

Der Ferrari F2008 wird in Istanbul an der Spitze weniger atmungsaktiv auftreten: "Warum wir hier kein Loch in der Nase haben? Weil es von der Performance hier keinen Vorteil bringen würde. Wir haben immer gesagt, dass wir das nur dort einsetzen, wo es uns möglicherweise einen entscheidenden Vorteil bringen kann, wie zum Beispiel in Barcelona. Die Streckencharakteristik ist hier eine andere, also haben wir uns für die Verwendung einer konventionelleren Nase entschieden."

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