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Webber: "Mir ist das Talent ausgegangen"

09. Mai 2008 - 16:51 Uhr

Mark Webber nimmt die Schuld für seinen Crash in Istanbul auf seine Kappe und spricht über Sicherheitsthemen wie GPDA und Reifenstapel

Mark Webber
Mark Webber ist einer der Direktoren der Fahrergewerkschaft GPDA
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Mark, wie kam es heute zu deinem Unfall im zweiten Freien Training?"
Mark Webber: "Mir ist das Talent ausgegangen! Ich kam in der Auslaufzone auf den Kunstrasen, der noch nass war, habe mich da verschätzt - und schon ging das Ding weg. Ich hatte Glück, dass das Getriebe nicht beschädigt wurde, denn ich hatte das Renngetriebe für die nächsten vier Rennen drin. Sonst ist das Auto gar nicht so schlimm beschädigt - ein paar Schrauben festziehen, einen neuen Frontflügel drauf, dann kann es morgen weitergehen."

Frage: "Hast du dich verletzt?"
Webber: "Nein, mir geht es hundertprozentig gut. Aber es ärgert mich, dass so etwas passiert, denn ich habe tausende Kilometer getestet und da ist mir nicht ein Fehler passiert, aber dann setze ich das Auto hier in die Leitplanken. Besonders leid tut es mir für die Mechaniker, denn die haben nun wieder mehr Arbeit."

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Harte Reifen keine Überraschung

Frage: "Die Reifenvorauswahl von Bridgestone ist ein bisschen auf der harten Seite, nicht wahr?"
Webber: "Ja, aber damit haben wir gerechnet, denn die Festlegung wurde schon vor einiger Zeit getroffen und um dieses Jahreszeit ist es hier nun einmal um einiges frischer als im August. Außerdem hatte ich heute noch gar keine Gelegenheit, den weichen Reifen auszuprobieren."

Frage: "Möchtest du dich als GPDA-Direktor zum Ausstieg von Felipe Massa aus der Fahrergewerkschaft äußern?"
Webber: "Er ist schon vor einer Weile ausgetreten."

Frage: "Teilst du die Bedenken von Jarno Trulli, dass immer mehr Topfahrer aus der GPDA austreten? Denn gerade die Topfahrer zahlen wegen ihrer WM-Punkte ja die höchsten Mitgliedsbeiträge..."
Webber: "Das ist eine Sorge, ja. Ich verstehe Jarno voll und ganz, denn wir sitzen im selben Boot und wollen das Gleiche. Wir hatten gerade den Unfall von Heikki (Kovalainen; Anm. d. Red.) in Barcelona - ich denke, Heikki weiß unsere Arbeit spätestens jetzt zu schätzen. Michael (Schumacher; Anm. d. Red.) war für die GPDA natürlich immer ein Geschenk, denn er hat viel zum Budget beigetragen. Ich finde es enttäuschend, dass ein paar Jungs nicht bei uns sind, speziell wenn es Spitzenfahrer sind. Umgekehrt gibt es ein paar Jungs, die hinterherfahren und sich wirklich gut einbringen."

Ärger über Nicht-GPDA-Mitglieder

Frage: "Jarno Trulli hat ja auch gesagt, dass die Nichtmitglieder irgendwie die Mitglieder der GPDA ausnutzen und von deren Anstrengungen profitieren. Siehst du das auch so?"
Webber: "Ja, ganz klar. Die höheren Cockpitwände würde es ohne uns zum Beispiel nicht geben. Dieser Gedanke ist also nicht so weit hergeholt, das stimmt."

Frage: "Nach dem Unfall von Heikki Kovalainen in Barcelona muss man sich doch fragen: Sind Reifenstapel anno 2008 noch zeitgemäß?"
Webber: "Ja, das mag sein, aber mit den SAFER-Barrieren ist eine Menge Technologie involviert. Man muss sich ansehen, wie die Reifen in Barcelona an der Stelle positioniert waren. Grundsätzlich sind Reifenstapel halt eine sehr günstige Variante einer Barriere. Außerdem muss man ja auch bedenken, dass auf vielen Strecken nicht nur die Formel 1 fährt, sondern zum Beispiel auch die MotoGP. Dafür müssen die Barrieren halt auch passend sein. Aber wir werden uns dieses Thema noch einmal genau ansehen."

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