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KERS: Mosley hat keine Sicherheitsbedenken

30. Juli 2008 - 20:06 Uhr

Trotz der jüngsten Zwischenfälle beim Testen von KERS hat FIA-Präsident Max Mosley keine Bedenken bezüglich der Sicherheit

Max Mosley
FIA-Präsident Max Mosley sieht in KERS eher Chancen als Gefahren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Energie-Rückgewinnungssysteme (KERS), die zu Beginn der kommenden Saison in der Formel 1 eingesetzt werden sollen, sorgten in den vergangenen Wochen für viel Gesprächsstoff. Zunächst war ein Zwischenfall in der Red-Bull-Fabrik bekannt geworden. Bei Versuchen mit Hochleistungs-Batterien war offenbar ein Feuer ausgebrochen, ein Gebäudetrakt musste evakuiert werden - auch Pilot Mark Webber hatte sich in Sicherheit bringen müssen. Nur wenige Tage später erlitt ein Mitarbeiter im BMW Sauber F1 Team einen elektrischen Schlag beim Test in Jerez.

"Was bei BMW passiert ist, war schon überraschend, weil man meinen könnte, die würden das isolieren, oder zumindest das Auto erden", schätzte FIA-Präsident Max Mosley, der das System als wichtigen Schritt in die Formel-1-Zukunft sieht. "Ich kann das nicht weiter kommentieren, weil ich nicht weiß, was dort schief ging, aber das ist schon ein elementares Problem. Ich glaube, der Straßenwagen von Lexus arbeitet mit einem 600-Volt-System und dort bekommt man keinen Stromschlag."

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Teams tasten sich an die Grenzen von KERS

Die Formel-1-Teams tasten sich bei der Entwicklung von KERS in Grenzbereiche vor. Das sei der Hintergrund des Zwischenfalls in der Red-Bull-Fabrik gewesen, vermutete der Brite: "Ich habe keinen genauen Bericht gesehen, aber ich vermute, dass sie das System an die Grenze getrieben haben um zu sehen, was passiert. Jedes Spielkind, das ein ferngesteuertes Flugzeug mit Batterien betreibt weiß, dass wenn man es überlädt, es mehr Leistung hat. Aber es wird auch sehr heiß und fängt an zu brodeln. Das ist zwar nur klein, aber man muss vorsichtig sein."

"Ich vermute, dass sie das System an die Grenze getrieben haben um zu sehen, was passiert."
Max Mosley

Trotz der Unfälle bei der Entwicklungsarbeit mit KERS sieht Mosley sein "technisches Lieblingskind" nicht als Gefahr. "Wir sehen da zwei Bereiche. Der eine umfasst die Sicherheit und Gesundheit in der Fabrik und bei der Vorbereitung der Autos. Der andere Bereich ist der Betrieb und dort stellt sich die Frage: Birgt es Gefahren für die Piloten, die Streckenposten, die Mechaniker und so weiter?", so der FIA-Chef. "Das ist der Bereich, der uns interessiert."

Im Hintergrund brodeln nicht nur die Batterien im KERS-Test, sondern vor allem einige Teamverantwortliche vor Unverständnis. Nicht wenige Formel-1-Fachleute fordern eine Verschiebung des KERS-Debüts. Es wird von Schwarzmalerei berichtet. "Es gibt sicherlich Widerstände, aber gerade BMW war immer sehr enthusiastisch", ist sich Mosley sicher. "Sie haben sogar eine positive Pressemeldung herausgegeben in der es hieß, dass das System sofort in ihren Straßenfahrzeugen zum Einsatz kommen soll."

Mosley hält Plädoyer für Einführung von KERS

"Es ist unvorstellbar, dass in 50 Jahren beim Bremsen in deinem Auto immer noch die gesamte Energie als Hitze verpufft."
Max Mosley

"Für mich ist bei KERS eines ganz besonders wichtig: Es ist unvorstellbar, dass in 50 Jahren beim Bremsen in deinem Auto immer noch die gesamte Energie als Hitze verpufft. Das wird nicht passieren. Wir brauchen also zuerst ein System, welches die Energie absorbieren kann und das werden wir in der nächsten Generation der Formel-1-Fahrzeuge haben. Sagen wir einmal, sie sollten 300 Kilowatt absorbieren und 200 Kilowatt davon wieder freisetzen können. Die Formel 1 wird ein solches System klein bauen, sodass es im kommenden Jahr passen wird. In zehn Jahren würde ein solches System dann schon primitiv aussehen. So ist die Formel 1, das haben wir in vielen Bereichen schon gesehen."

Mosley führte sein Plädoyer für KERS fort: "Solche Bauteile werden für Straßenfahrzeuge extrem wichtig. Ein KERS ist leicht und kann die ganze Energie absorbieren, die in Superspeichern oder Schwungrändern oder was auch immer gespeichert wird. Das ist wirklich etwas für die Straße. Wenn wir das dann ein paar Jahre vorantreiben, dann ist es extrem nützlich und kann die Formel 1 ganz allein rechtfertigen, weil es einen großen Beitrag der Motorsport-Industrie darstellt."

"Wenn man sich das nur einmal vorstellt, dass wir ein super-effizientes KERS dadurch fünf oder zehn Jahre früher bekommen als es sonst passiert wäre und man multipliziert das dann mal mit der Anzahl der Autos weltweit, dann sind die Formel-1-Kosten nur noch ein Tropfen im großen Ozean."

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