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Verkehrte Finanzwelt bei Renault

24. Juli 2008 - 15:34 Uhr

Seit Fernando Alonso 2006 das Team verlassen hat, kriselt es finanziell im Hause Renault - starke Umsatzeinbußen und Verluste bei der Équipe

Nelson Piquet Jr.
Grünes Licht? - Wohin geht die finanzielle Reise beim Renault-Team?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich sollte Rot die Teamfarbe von Renault sein. Der Rennstall, der einst für seine Kostenkontrolle und die hervorragende Ausnutzung von noch so geringen Investitionen berühmt war, erlitt in den vergangenen Jahren eine regelrechte Kehrtwende. Die jüngsten finanziellen Daten bilden dabei keine Ausnahme.

Vor einigen Monaten berichtete 'Pitpass', dass Renault 2006 einen Verlust von etwa 4,5 Millionen Euro erwirtschaftet hätte - im Vergleich zu ungefähr 1,9 Millionen Euro aus dem Jahr davor. Die Finanzierung der Doppelweltmeisterschaft hat sicherlich ihr Übriges zu dieser Rechnung beigetragen. Und obwohl das Team mittlerweile seit über einem Jahr sieglos ist, gibt es noch immer reichlich Geld aus.

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2007 kletterten die Verluste des Teams auf circa 4,9 Millionen Euro und der Umsatz ging um satte 16 Prozent auf etwa 140 Millionen Euro zurück. Man kann sich relativ leicht ausmalen, woran das lag. Renault verlor im Zuge des Wechsels von Starpilot Fernando Alonso zu McLaren-Mercedes eine Menge spanischer Sponsoren. Die Versicherungsgesellschaft 'Mutua Madrilena' sowie der Mobilfunkgigant 'Telefonica' waren zwei der größten Brocken, die gemeinsam etwa 18 Millionen Euro auf die Team-Wage brachten.

Der dritte Gesamtrang im vergangenen Jahr - bei nur einem Podiumsbesuch in der gesamten Saison - haben die erfolgsorientierten Sponsorenprämien sowie den Bonus für die Angestellten jäh eingebremst. Folglich fielen die Kosten für die Mitarbeiter um zehn Prozent auf etwa 43 Millionen Euro. Gleichwohl wuchs die Lohntüte des bestbezahlten Angestellten - den man für den extravaganten Teamchef Flavio Briatore hält - um satte acht Prozent auf ungefähr 1,2 Millionen Euro an.

Renault ist das erste Formel-1-Team mit Sitz in Großbritannien, das seine Daten für das vergangene Jahr offenlegt. Daher kann ein finanzieller Vergleich mit den Leistungen anderer Rennställe nicht angestellt werden. Allerdings wies Renault 2006 die höchsten Gesamtausgaben aller in Großbritannien stationierten Rennställe auf - kolossale 170 Millionen Euro - und lag damit sogar noch vor McLaren-Mercedes und Honda. Die Tage, in denen Flavio mit einem eng geschnürten Budgetgürtel operieren musste, sind vorbei - wie lange das allerdings anhalten wird, ist eine ganz andere Geschichte.

2005 hatte Carlos Ghosn, Teamboss und Besitzer der Renault-Automobilsparte, schon gesagt: "Die Formel 1 produziert Kosten, wenn du keine guten Resultate einfährst. Formel 1 ist aber ein gutes Investment, wenn die Ergebnisse passen und du davon profitieren kannst." Solange sich Renault also nicht darum kümmert, die Kosten wettzumachen, muss sich Flavio darüber seinen Kopf nicht zerbrechen. Ansonsten sollte das Team darauf hoffen, möglichst schnell einen Sieg einzufahren...

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