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Glock glücklich, aber urlaubsreif

04. August 2008 - 12:26 Uhr

Timo Glock hat in Ungarn auch die letzten Zweifel ausgeräumt: "Genial fürs Team" - Langfristige Zukunft bei Toyota

Timo Glock
Timo Glock verabschiedete sich in die Sommerpause: Rang zwei in Ungarn
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Geschwächt von Magenkrämpfen kämpfte sich Timo Glock nach seinem sensationellen zweiten Platz in Budapest noch durch die Siegerehrung, eine improvisierte Spontanfete seines Teams und einen wahren Interview-Marathon. Danach freute sich der Toyota-Pilot nur noch auf seinen Urlaub in der dreiwöchigen Sommerpause. "So ein Formel-1-Jahr kann einem schon ganz schön viel Energie rauben. Und wenn man dann sogar auf das Podium fährt, ist auch die Zeit danach noch sehr hart", meinte Glock nach dem besten Rennen seiner Formel-1-Karriere mit der anschließenden Zusatzschicht.

Doch der 26-Jährige aus Wersau im Odenwald meisterte diese Aufgaben ebenso gekonnt wie die Angriffe von Weltmeister Kimi Räikkönen in der Schlussphase des Rennens, und das trotz großer körperlicher Probleme. Sein schwerer Unfall zwei Wochen zuvor in Hockenheim spielte dabei keine Rolle, dafür allerdings eine Magenverstimmung, die er sich danach bei Testfahrten in Jerez eingefangen hatte und die in Budapest wieder aufgebrochen war.

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Auto lief rund, Magen spielte verrückt

"Ich war das ganze Wochenende schneller als mein Teamkollege."
Timo Glock

"Immer wenn ich im Rennen etwas trinken wollte, habe ich gleich Magenkrämpfe bekommen", erzählte er nach dem Rennen: "Von den zwei Litern in meiner Flasche habe ich vielleicht nur 0,2 Liter getrunken. Und zwischendurch habe ich schon mal nach einer Toilette gesucht." Durch den Flüssigkeitsverlust in der großen Hitze litt dann auch die Leistungsfähigkeit. "Da stellt sich eine gewisse Müdigkeit ein, die Muskulatur funktioniert auch nicht mehr so, und dann machst du Fehler", beschrieb Glock, warum er in der Schlussphase ein, zweimal von der Ideallinie abgekommen war.

Natürlich habe er beim Sprung auf Platz zwei auch vom Motorschaden des Führenden Felipe Massa profitiert. "Da habe ich ein bisschen Glück gehabt, aber man muss auch im richtigen Moment da sein", sagte Glock, der in Budapest erstmals bei Toyota ein perfektes Wochenende erlebte. "Ich war das ganze Wochenende schneller als mein Teamkollege. Wenn das Auto passt, kann man auch sein Potenzial zeigen. Wir haben uns kontinuierlich verbessert, und dieses Resultat ist einfach genial für das Team", meinte der GP2-Champion von 2007, der bei Toyota zu Saisonbeginn die Nachfolge von Ralf Schumacher angetreten hatte.

Als er zuletzt sagte, er wolle gern 2010 mit Toyota Weltmeister werden, hätten ihn viele belächelt, sagte Glock, der nach seinen ersten vier Formel-1-Rennen 2004 erst über den Umweg ChampCar-Serie und GP2 wieder in die Königsklasse zurückgekehrt ist: "Aber man muss sich im Leben Ziele setzen." Glock bekommt die nötige Zeit, diese Ziele geduldig und zielstrebig anzugehen. Sein Toyota-Vertrag läuft bis mindestens 2010. Entgegen anders lautender Meldungen hat sich der 26-Jährige durch seinen zweiten Rang in Ungarn nicht für eine weitere Toyota-Beschäftigung empfehlen müssen.

Sommerpause mit viel PS

"Man darf jetzt nicht denken, dass wir ab jetzt regelmäßig auf Platz zwei oder das Podium fahren."
Timo Glock

Bei aller Zufriedenheit über das Top-Ergebnis bleibt Glock aber realistisch. "Man darf jetzt nicht denken, dass wir ab jetzt regelmäßig auf Platz zwei oder das Podium fahren. Unser Problem war die Konstanz, aber ich hoffe, dass wir jetzt aus Budapest etwas mitnehmen können", sagte der 26-Jährige, der am Sonntagabend in der ungarischen Hauptstadt mit Freunden noch ein bisschen gefeiert hat. Am Montagmorgen flog er nach Hause und trat seinen Urlaub an, in dem aber auch Rennautos eine große Rolle spielen.

Nach ein paar für seine Verhältnisse ruhigen Tagen mit einigen Meetings, unter anderem in seiner Rolle als Talentförderer in der Speed Academy, fährt er am kommenden Samstag im Rahmen des Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring ein paar Runden mit Toyotas Le-Mans-Renner von 1998 und 1999. "Dieses Auto mal fahren zu dürfen, war die erste Anfrage, die ich bei Toyota überhaupt gestellt habe", sagte Glock mit glänzenden Augen. Am Wochenende darauf sitzt er für seinen Arbeitgeber beim Monterey-Festival im kalifornischen Laguna Seca am Steuer eines IMSA-Renners von 1992 und nimmt zudem an einem Benefizrennen teil. "Davor mache ich aber fünf Tage Urlaub in Los Angeles", meinte der schnelle Hesse.

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