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Rosberg: "Jeder Tag ist verplant"

03. August 2008 - 10:09 Uhr

Der Williams-Pilot über den harten Weg in die Formel 1, den stressigen Alltag, wie er entspannt und wie lange er sich noch im Sport sieht

Nico Rosberg
Nico Rosberg gönnt sich gerne beim Kochen eine Auszeit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Es ist kein Geheimnis, dass Nico Rosberg am liebsten schon jetzt in einem Top-Auto sitzen und um den WM-Titel fahren würde. Der Deutsche ist fest von seinem Talent überzeugt, glaubt, dass er alles mitbringt, um sich die Krone aufsetzen zu können.

Der Williams-Pilot glaubt, dass in der Formel 1 "jeder Vierte" das Zeug zum Weltmeister hat. Allerdings benötige man als Talent manchmal auch etwas Glück und führt im Interview mit der 'Süddeutschen Zeitung' das Beispiel von Robert Kubica an, der so gut war, dass er nach nur drei Kap-Rennen ein Team fand, für das er umsonst fahren konnte: "Schließlich kam er ins Fahrerprogramm von Renault. Als er dort fallen gelassen wurde, griff BMW zu - allerdings nur, weil Alex Wurz, der eigentlich Testfahrer werden sollte, nicht ins Cockpit passte. Können und Glück müssen zusammenkommen."

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Rosberg musste sich umstellen, als er in die "Königsklasse des Motorsports" einstieg. Er war es gewohnt, überall zu gewinnen und alle zu schlagen, das ging in der Formel 1 nicht mehr: "Heute heißt Erfolg haben für mich: das Beste aus einer Situation herausholen. Inzwischen ist der Rennsport für mich noch viel mehr, er ist eine Lebensart. Mein ganzes Leben dreht sich darum". Weil er trainieren muss, ins Büro geht oder Interviews gibt. "Jeder Tag ist verplant, von Saisonbeginn an."

Von seinen Eltern erhielt er immer Unterstützung, sie wollten beide, dass ihr Sohn Sportler wird. Seine Mutter, die sich aus Angst bis heute nicht einmal im Fernsehen ein Rennen angeschaut hat, hätte sich aber gewünscht, dass der Junior Golf- oder Tennis-Profi wird. Sein Vater erwarte wesentlich mehr von ihm als seine Mutter: "Er hat selbst hart gearbeitet, um etwas zu erreichen, und jetzt hofft er, dass ich das auch so hinkriege."

Und wer hart arbeitet, der benötigt auch Entspannung. Nico Rosberg spielt gern Fußball, Backgammon oder Poker - zum Teil auch im Internet, wobei er nie mehr als elf Dollar einzahlt, sein Limit. Derzeit lernt er Kochen: "Neulich habe ich mich mit meiner Mutter zum Einkaufen verabredet. Ich finde das schön. Entspannend. Wir machen das jetzt öfter. Meine ersten Kochversuche haben auch alle überlebt."

Gekocht wird Rosberg manchmal auch selbst, nämlich dann, wenn er im Auto sitzt. Die Hitze, beschreibt er, sei für einen Formel-1-Piloten das Schwierigste: "Wenn es so warm ist, wie es in diesem Jahr in Australien oder in Malaysia war, dann ist das ekelhaft. Das kann sich niemand ausmalen. Wenn man im Cockpit nichts zu tun hätte und nicht abgelenkt wäre, könnte man das nicht aushalten."

Rosberg sieht sich in der Formel 1, bis er 32 oder 33 Jahre ist. Danach möchte er gern noch etwas anderes machen, wie er erklärt. Dass er dann als Abiturient mit einem Schnitt von 1,2 doch noch studieren geht, erachtet er als unwahrscheinlich: "Ein Formel-1-Team ist wie eine Firma, und die Piloten stehen weit oben in der Hierarchie. Man wird sehr jung zur Führungsfigur. Mit einem Studium fängt man wieder ganz unten an. Das stelle ich mir schwierig vor."

Er warte einfach ab, was auf ihn zukommt, schließlich sei das Leben oft voller Zufälle: "Mein Vater hat Zahnmedizin studiert, bis zum Ende. Aber am Tag der Examensprüfung hat er verschlafen. Er kam fünf Minuten zu spät, da waren die Türen schon zu. So ist er Rennfahrer geworden."

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