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Boxenstopps sollen bleiben

05. September 2008 - 21:01 Uhr

Im Zuge der neuen Regularien könnten auch die Boxenstopps fallen - die Teams stehen einem Wegfall aber leicht skeptisch gegenüber

Rubens Barrichello Jenson Button
Boxenstopps werden wohl auch weiterhin zur Formel 1 gehören
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vor allem ältere Motorsportfans verweisen auf die Zeit, in der in der Formel 1 die Boxenstopps keine allentscheidende Rolle bei den Rennen spielten. Doch spätestens seit der Wiedereinführung der Tankstopps im Jahre 1994 sind Boxenstopps ein fester und entscheidender Bestandteil in der Formel 1. Bei den Teams regt sich auch nur wenig Zustimmung für eine eventuelle Abschaffung der Stopps.

Stein des erneuten Anstoßes für eine Abschaffung ist der Vorfall in der Boxengasse zwischen Felipe Massa und Adrian Sutil in Valencia. "Das ist schon vernünftig, aber wir sollten in solchen Dingen nicht überreagieren", erklärte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Derzeit gehören Boxenstopps, mit Nachtanken und Reifen, zum Rennsport. Es ist schwer vorstellbar, dass wir das unter den jetzigen Bedingungen herausnehmen sollen."

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Keine Eile bei einer Entscheidung

"Ich weiß, dass man darüber verschiedener Meinung sein kann und das ist ein Teil der normalen Diskussion, gerade für die Zukunft. Ich glaube aber, dass es nicht richtig wäre, sie zu streichen", fuhr er fort. Besser wäre es nach Meinung des Italieners mit einer Entscheidung zu warten, um zu sehen, wie sich die Rennen in der Saison 2009 gestalten werden.

"Im Moment ist es besser, sie zu behalten. Man sieht auch beim Publikum, dass sie zu den Schlüsselmomenten eines Rennens gehören", so Domenicali. In Lauerstellung verharrt auch McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh. "Wir sollten bis zum nächsten Jahr abwarten", erklärte er. "Im nächsten Jahr werden wir sicher Boxenstopps mit Nachtanken haben, weil die Autos bereits dafür gebaut werden."

Und dabei denkt der Brite auch an ein erfolgreiches Regelwerk. Sollte es gelingen, das Überholen in der Formel 1 stark zu erleichtern, wären es allein die Boxenstopps, die Spannung erzeugen könnten. "Wenn es sehr einfach wäre zu überholen, dann wäre das ein Punkt für die Boxenstopps", erklärte er. "Aber wir sollten abwarten, was im nächsten Jahr passiert."

Teamsport Formel 1

In den Augen von Ross Brawn gestaltet sich die Lage weitaus einfacher. Boxenstopps seien "ein aufregender Teil der Veranstaltung für die Zuschauer und auch für das Team", so der Honda-Teamchef. "Dabei gibt es auch ein kleines Risiko, aber die Verletzungen, die bisher aufgetreten sind, waren alle nicht furchtbar ernsthaft. Ein Rennen könnte sehr leicht sehr langweilig werden, wenn es keine Boxenstopps gäbe."

"Die Szenarien, die sich bei einer Safety-Car-Phase ergeben, entstehen durch die Boxenstopps; die Szenarien, die sich wegen der Benzinmenge in Qualifying ergeben - all das wäre weg, wenn die Boxenstopps verschwinden", so Brawn. "Bevor wir sie streichen, sollten wir nicht durch die rosarote Brille zurückschauen und dabei denken, dass vor Jahren alles so wunderbar war. Denn das war es nicht."

Auch bei Toyota-Teamchef John Howett stößt eine mögliche Abschaffung der Boxenstopps auf wenig Gegenliebe. "Ich persönlich würde sie behalten", erklärte er. "Das ist ein Teamsport, es ist gut, unsere Leute dabei einzubinden. Und für das nächste Jahr können wir ohnehin nichts mehr ändern, weil die Tankgröße festgelegt ist und wohl auch die Reifen nicht über die Distanz gehen könnten."

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