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Speedway: Temposchlacht in Lettland
Der Große Preis von Lettland ist einer der schnellsten WM-Läufe überhaupt - Bahnrekord gehört einem Außenseiter
(Motorsport-Total.com) - Der Ort ist exotisch, aber er steht auch für einen der besten Grands Prix des Jahres: Dünaburg, oder Daugawpils, beherbergt am Sonnabend erst seinen dritten Speedway-WM-Lauf. Die Bahn in der zweitgrößten Stadt Lettlands, die nur 35 Kilometer von der Grenze zu Weißrussland entfernt liegt, ist mit 373 Metern Länge die zweitlängste der ganzen WM - nach Göteborg. Auf der langen Strecke mit einem tendenziell sehr glatten Bahnbelag ist vor allem die Höchstleistung der 500-ccm-Einzylinder-Motoren im obersten Drehzahlbereich gefragt. Pferdestärken siegen in Dünaburg über Newtonmeter.
Das schnellste Rennen, das je bei einem Grand Prix auf der Bahn am Fluss Düna gefahren wurde, dauerte 69,0 Sekunden. Andreas Jonsson und Tomasz Gollob teilen sich diesen kleinen Bahnrekord; sie erreichten diese Bestmarke in den Läufen eins und zwei des letztjährigen Großen Preises von Lettland.
Der einzige Fahrer, der es bei beiden vorherigen Gastspielen der WM in Lettland ins Finale geschafft hat, ist Nicki Pedersen, der amtierende Weltmeister und aktuelle WM-Spitzenreiter aus Dänemark.
Sein ärgster Verfolger Jason Crump dagegen kam bei keiner der bisherigen Auflagen ins Finale. Auf der anderen Seite übernahm "Ginger" unlängst die Führung in der ewigen Bestenliste der häufigsten Finalteilnahmen vom legendären Schweden Tony Rickardsson - mit deren 55.
Die Statistik spricht aber eher für einen anderen Australier: Letztes Jahr gewann Leigh Adams den Grand Prix in Målilla - und gleich darauf auch das Rennen in Dünaberg. Auch 2008 folgen die beiden Großen Preise direkt aufeinander.
Die Highspeedorgie in Lettland ist nur für drei Drifter Neuland: Lediglich Fredrik Lindgren, Lukas Dryml aus Tschechien und der Pole Krysztof Kasprzak sind noch nie bei einem WM-Lauf im Lokomotiv-Stadion gefahren.
Infolge der vielen Beschwerden über die Leistung von Marek Wojazek änderte der Weltverband die Schiedsrichteransetzung: Statt des Polen sitzt der besonnene Schwede Krister Gardell an den Knöpfen, der auch schon in Prag Referee war.
Gastfahrer Grigorij Laguta hat zwar das Finale der Russischen Meisterschaft in der Tundra gegen Denis Gisatullin und Emil Saijfutdinow verloren, aber in Dünaburg genießt der Mann mit der doppelten Rennlizenz Heimrecht. Er fährt nicht nur für Lokomotive in der zweiten polnischen Liga, sondern wohnt inzwischen auch ganz in der malerischen Stadt an der Düna.
Der 24-Jährige ist bereits zum dritten Mal beim Grand Prix in seiner Wahlheimat dabei. Bei der ersten Auflage war er Bahnreserve, letztes Jahr auch schon Inhaber der Wildcard. Dabei landete er einen Laufsieg und stieß sogar bis ins Halbfinale vor. Laguta ist auch Inhaber des echten Bahnrekords von Dünaberg - in 68,6 Sekunden fuhr er auf seiner Heimbahn schon mal schneller als die Grand-Prix-Stars.










