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Speedway: Die Lehren der Geschichte

03. September 2008 - 16:59 Uhr

Jason Crump bezieht die Motivation für seine lange Aufholjagd bis Gelsenkirchen vor allem aus der Vergangenheit - aus dem Jahr 2003

Jason Crump
Jason Crump hat nicht vergessen, was vor fünf Jahren geschehen ist...
© MST

(Motorsport-Total.com) - Speedway ist zu weiten Teilen Kopfsache. Die vier Runden kurzen Sprints, die oft weniger als eine Minute dauern, erfordern knapp 60 Sekunden höchste Konzentration. Bei den Starts ist eine bestmögliche Reaktionszeit gefragt. Und zwischen den einzelnen der 25 Heats, die einen Speedway-Grand-Prix bilden, müssen die Fahrer sich blitzschnell regenerieren können - und dabei trotzdem noch einen Kopf haben für die technischen Änderungen, mit denen sie die knapp 80 PS starken 500-ccm-Maschinen an die Veränderungen der Bahn anpassen.

Jason Crump bereichert die Kopfarbeit der WM-Anwärter um eine weitere Facette: Geschichte. Der Australier, der den letzten Großen Preis im lettischen Dünaburg gewonnen hat, besinnt sich für den Rest der Saison zurück auf die Saison 2003.

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Damals, vor fünf Jahren, fand "Ginger" sich in einer ähnlichen Ausgangslage wider wie Nicki Pedersen heute. Der extrem ehrgeizige Kämpfer vom Fünften Kontinent war klarer Favorit auf die Weltmeisterschaft, vor allem, nachdem er auch noch den drittletzten Grand Prix der Saison hatte für sich entscheiden können.

Aber dann verlor er den Titel in einem dramatischen Finale in Norwegen doch noch an Nicki Pedersen. Jenen Mann, den er nun aus einer vermeintlich schon recht schwachen zweiten Tabellenposition heraus jagt.

Der Däne sitzt auf einem Vorsprung von beruhigenden 16 Punkten - bei noch drei ausstehenden Läufen: Bromberg in Polen, Lonigo in Italien und, am 11. Oktober, in der Arena Auf Schalke.

Crump befand nach seinem Sieg in Lettland: "Ich habe ein gutes Langzeitgedächtnis. Ich hoffe, ich kann den Spieß noch umdrehen und mir den Titel beim Finale doch noch krallen. In diesem Jahr geht es vor allem um die Konstanz - und bislang gibt es überhaupt nur einen Fahrer, der noch konstanter punktet als ich."

Dabei handelt es sich um Nicki Pedersen. Crump deutet an: Er will jetzt auf psychologische Kriegsführung umschwenken, um die Selbstsicherheit und damit auch die Konstanz von Pedersen mit gezielten Nadelstichen zu unterminieren und seine eigene Regelmäßigkeit zu einer Trumpfkarte zu erheben.

Ganz so, wie Pedersen ihm vor fünf Jahren den Titel vor der Nase weggeschnappt hat.

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