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Die Regeln der Motorrad-WM im Überblick
Stand Februar 2007
Bis zur heutigen Einteilung in die MotoGP, die 125er- und 250er-Weltmeisterschaft war es ein langer Weg. Die Motorrad-WM gibt es seit dem Jahr 1949. Damals wurden die WM-Titel in den Klassen 500, 350, 250, 125 und 50ccm ausgefahren.
In den späten 1970er-Jahren und in den späten 1980er-Jahren wurden die 350ccm- und danach die 50ccm-Klasse abgeschafft. In den 1990er-Jahren wurden auch die Seitenwagen aus dem offiziellen Programm genommen. Bis zum Jahr 2001 gab es die 125ccm-, die 250ccm und die 500ccm-Klasse im Programm der jeweiligen WM-Meetings.
Mit dem Jahr 2002 begann die Ära der MotoGP-WM. Durch die Genehmigung von Viertakt-Motorrädern bis zu 990 ccm wurde die Klasse noch aufwändiger und teurer. Das Spektakel wurde wegen der hohen Spitzengeschwindigkeiten von über 340 km/h und der enormen Geräuschkulisse der kraftvollen Viertakt-Aggregate noch größer.
MotoGP: 220 PS auf einem Rad
Die Motoren der MotoGP-Geschosse leisteten bis 2006 bereits um die 250 PS bei 990 ccm maximalen Hubraum. Ab 2007 sind nur noch 800 ccm erlaubt. In der 125er-Klasse liegt das Hubraumlimit bei 124 ccm bei einem Zylinder, während für die Viertelliter-Kategorie zwischen 175 und 249 ccm mit maximal zwei Zylindern vorgeschrieben sind. Auch diese Beschränkung hält die Spitzenfahrer nicht ab, bereits in der Vorbereitungszeit auf die neue MotoGP-Saison auf der einen oder anderen Piste neue Rundenrekorde zu erzielen. Die 800er-Motorräder ähneln im Aufbau bereits sehr stark den 250er-Zweitakt-Bikes. Vor allem die zusätzliche Handlichkeit ist für die Piloten ein positiver neuer Faktor. Andererseits wird es noch schwieriger, mit dem geringeren Gewicht die Leistung optimal auf den Boden zu bringen. Die PS-Zahlen der 800ccm-MotoGP-Maschinen liegen derzeit je nach Hersteller bei rund 220 PS.
Verschiedene Gewichtsklassen
In der 125er- und 250er-Weltmeisterschaft sind ausschließlich Zweitaktmotoren erlaubt. Das Mindestgewicht liegt in der der Achtelliter-Klasse für Fahrer und Motorrad in Summe bei 136 Kilogramm. Bei den 250ern sind es sowohl für Ein- als auch für Zweizylinder 100 Kilogramm.
Für die MotoGP-Motorräder liegt das Gewichtslimit bei 133 Kilogramm für Zweizylinder-Zweitakter. Bei Drei- und Vierzylinder-Viertakt-Maschinen sind es 140,5 und 148 Kilogramm. Ein Motorrad mit Fünfzylinder-Aggregat muss zumindest 155,5 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Verwendung von ovalen Auspuffrohren ist per Reglement untersagt. In der MotoGP-WM muss bei einem Grand Prix eine Distanz von rund 120 Kilometer absolviert werden.
Verschiedene Hersteller, verschiedene Motor-Philosopien
Die Motorenkonzepte der einzelnen Hersteller weichen klar voneinander ab. Yamaha und Kawasaki setzen jeweils auf Reihen-Vierzylinder-Motoren. Ducati, Honda und Suzuki verwenden V-Motoren. Ducati setzt 2007 die GP7 ein, die mit einem V4-Motor bestückt ist. Das gleiche gilt auch für Suzuki sowie den MotoGP-Neuling Ilmor mit dem Aggregat unter der Bezeichnung V4 X3. Honda setzt als einziger Hersteller auf ein V5-Konzept.
Begrenzte Spritmenge und Bremsen aus Stahl
Für die Zweitakt-Motorräder ist pro Grand Prix eine maximale Spritmenge von 32 Litern vorgesehen. Bei den Viertakt-Maschinen sind es maximal 21 Liter. Bei den 125er- und 250er-Motorrädern sind per Reglement lediglich Stahlbremsen erlaubt. In der MotoGP-WM ist die Verwendung von Karbonbremsen gestattet.
Die Reifenfrage - Entscheidung über Sieg und Niederlage
In der 125er- und 250er-WM ist die Anzahl der verwendeten Reifen pro Grand-Prix-Wochenende jedem Piloten freigestellt. In der MotoGP-WM stehen jedem Piloten pro Rennwochenende 14 Vorderreifen und 17 Hinterradmischungen zur Verfügung. In der MotoGP-WM sind derzeit mit Dunlop, Michelin und Bridgestone drei Hersteller vertreten. Das Reglement kennt keine Beschränkungen bei der Anzahl der zu verwendenden Regenreifen. Vor dem IRTA-Tests muss jedes Team die für das Jahr vorgesehne Reifenmarke bekannt geben. Bei einsetzendem Regen ist seit 2006 kein Unterbruch vorgesehen. Dafür dürfen die Fahrer auf ein Motorrad mit Regenkonfiguration wechseln. Der Motorradtausch wird in der Boxengasse vorgenommen.
Terminkalender und Punktevergabe
Während sich die Motorrad-WM in den Anfangsjahren nach 1949 über sechs Veranstaltungen erstreckte, wurden es in den späten 1990er-Jahren bereits 16 Meetings. 2007 hat die Veranstalter-Agentur Dorna den Terminkalender auf 18 AM-Läufe ausgeweitet, die in Europa, Asien, Amerika und Australien stattfinden. Für den Sieger eines Grand Prix gibt es in allen drei Klassen 25 Zähler. Für die Plätze zwei und drei sind es 20 und 16 Punkte. Die Ränge vier und fünf zählen 13 und elf Punkte. Ab dem sechsten Rang mit zehn Punkten geht es gestaffelt abwärts. Punktberechtigt sind die Fahrer bis Rang 15, für den es noch einen Zähler gibt.
Links:
Sportliches Reglement (Original-Text, Englisch, Französisch)Technisches Reglement (Original-Text, Englisch)
Technische Zeichnungen und Diagramme (Original-Text, Englisch)
Medical Code (Original-Text, Englisch)
Strafenkatalog (Original-Text, Englisch)
Streckenstandards (Original-Text, Englisch, Französisch)







