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Wenn Formel-1-Piloten zu Action-Helden werden

01. August 2004 - 13:26 Uhr

Am Beispiel von McLaren-Sponsor 'West' zeigen wir Ihnen, wie Formel-1-Piloten für ungewöhnliche PR-Aktionen eingespannt werden

David Coulthard
Erkennen Sie diesen jungen Mann im Outfit des NYPD?
© West

(Motorsport-Total.com) - Seit der Formel-1-Saison 1997 wirbt das McLaren-Mercedes-Team für die Zigarettenmarke 'West'. Beide Parteien entschlossen sich damals, zusammen einzigartige Aktionen auf die Beine zu stellen, um das Interesse der Fans an der Formel 1 weltweit zu erhöhen, aber natürlich auch, um das Produkt bekannter zu machen. Mit dem Programm wollte man zudem dem Vorurteil entgegentreten, dass die Piloten, je professioneller sie sind, für die Öffentlichkeit weniger zugänglich werden.

Im Vertrag eines jeden Formel-1-Fahrers ist verankert, dass er eine gewisse Anzahl von Tagen im Jahr für die Sponsoren des Teams zur Verfügung stehen muss. Während 0815-Termine die Piloten mittlerweile langweilen, gibt es jedoch hin und wieder Aktionen, die auch den unter Stress stehenden Rennfahrern jede Menge Freude bereiten: "Dadurch habe ich die Möglichkeit erhalten, Dinge zu tun, die ich ansonsten niemals hätte tun können - das hat mir wirklich Spaß gemacht", fasst David Coulthard die letzten Jahre zusammen.

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Wenn Formel-1-Autos schwerelos werden...

Die wohl verrückteste Aktion aller Zeiten, an die sich der Schotte mit Sicherheit sein Leben lang erinnern wird, war eine der ersten gemeinsam durchgeführten Promotion-Aktionen. Damals wurde Coulthard zusammen mit einem Formel-1-Auto in ein Flugzeug gepackt. Von einem Flughafen in Moskau hob man ab, um später im freien Fall mehrere Sekunden lang die Schwerelosigkeit zu erfahren: "Ich dachte damals wirklich, dass sie ein wenig ihren Verstand verloren haben, weil sie ein Grand-Prix-Auto an Bord eines Flugzeuges schweben lassen wollten", erinnert sich "DC".

Wie viele Menschen auf der Welt können schon von sich behaupten, einmal in ihrem Leben das Gefühl der Schwerelosigkeit erfahren zu haben? Der McLaren-Mercedes-Pilot kann dies von sich behaupten: "Es war eine bemerkenswerte Erfahrung, in einem Grand-Prix-Auto zu sitzen und den Abtrieb in entgegengesetzter Richtung zu spüren", so David Coulthard. Die Russen besitzen kein eigenes Formel-1-Rennen, und so hält sich das Interesse an der Formel 1 in Grenzen. Zahlreiche lokale Medienvertreter wurden eingeladen, um das Interesse in Russland an der Formel 1 zu steigern.

Wenn Formel-1-Piloten zu Polizisten mutieren

In den USA ist das Bild ähnlich, zwar gibt es ein Formel-1-Rennen in Indianapolis, aber im Vergleich zum Interesse der Amerikaner an anderen Rennserien interessiert sich für die Formel 1 kaum jemand. "Aus diesem Grund kamen wir auf die Idee, David in das Herz des Landes zu bringen und wo sonst kann man dies besser erreichen als im Big Apple?", so Ekrem Sami, Managing Director bei McLaren Marketing.

David Coulthard drehte seine Runden mitten im Herzen New Yorks, sowohl im Formel-1-Auto als auch in den berühmten gelben Taxis sowie in einem Streifenwagen des New York Police Departments: "Die Uniform habe ich immer noch, ich warte aus diesem Grund auf den richtigen Anlass, das Teil anlässlich einer Party wieder hervorzuholen", scherzt Coulthard, der nach seinem Ausflug in New York auch noch beim bekanntesten Late-Talker David Letterman einen Auftritt hatte.

Hingucker für die weiblichen Fans

Die Formel 1 mag vielleicht eine Männerdomäne sein, aber es gibt auch sehr viele weibliche Fans. Und für diese will man natürlich auch etwas bieten. Aus diesem Grund verpflichtete der Sponsor kurzerhand den bekannten Fotografen Michel Comte, um an einer Küste sexy Fotos von David Coulthard zu schießen: "Meine Freundin zog schon ihre Augenbrauen hoch, als ich mit einer anderen Frau arbeitete", grinst David. "Aber ich habe ihr erklärt, dass ich nur meiner Arbeit nachgegangen bin!"

Räikkönen mag es eher "cool"

Teamkollege Kimi Räikkönen ist als ein eher introvertierter Charakter bekannt und so sehen PR-Aktionen mit dem "coolen Finnen" ein wenig anders aus. Der Finne liebt den Sport, besonders das Eishockeyspielen, was zufälligerweise auch zu seinem Spitznamen "Iceman" passt. Als Finne kennt er sich natürlich im Schnee bestens aus, und so wurde er schon zum Snowboarden geschickt oder er jagte mit MotoX-Bikes durch die Landschaft.

Natürlich haben einige im Team bei solchen Aktionen immer ein ungutes Gefühl, denn der teure Rennfahrer könnte sicher auch einmal ernsthaft verletzen. Diese Sorge hatte man auch, als Räikkönen mit Nationalspielern zum Eishockeyspielen auf das Eis geschickt wurde: "Zu Beginn fragten wir uns, ob er dies tun sollte, aber er ist auf dem Eis ein absolutes Naturtalent", so Sami. Kein Wunder, denn früher spielte Räikkönen für sein Leben gern Eishockey und er träumte von einer Karriere als Eishockey-Profi.

Für jeden Fahrer das maßgeschneiderte PR-Programm

"In diese Promotionaktionen fließt viel Gehirnschmalz, nur sehr wenig wird dem Zufall überlassen. Wir schauen uns die individuellen Charaktereigenschaften der Fahrer an und versuchen, Promotions zu schaffen, die sie interessieren und stimulieren. Die Fahrer sind Profis und sie erkennen an, dass dies ein integraler Teil von dem ist, was sie tun. Aber man braucht ein wenig Abenteuer, um das Beste aus den Leuten zu holen, sie zu motivieren und zu stimulieren und ich denke, dass wir dies erreicht haben."

Natürlich hat David Coulthard für diese Aktionen einen Teil seines Privatlebens opfern müssen, doch der Schotte kann verstehen, dass die Sponsoren nicht nur ihre Aufkleber auf den Autos sehen wollen, sondern auch die Piloten für öffentliche Auftritte verpflichten möchten: "Ein Rennteam braucht Geld und die Unterstützung seiner Partner und ich verdiene mein Gehalt durch das Rennfahren, ich erkenne aus diesem Grund an, dass diese Promotions ein sehr wichtiger Teil eines modernen Grand-Prix-Fahrers sind."

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