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Ecclestone entkräftet das älteste Gerücht der Formel 1

26. April 2005 - 19:12 Uhr

Lange wurde gemunkelt, Bernie Ecclestone könnte an einem Eisenbahnraub mitgewirkt haben, was er nun erstmals dementiert hat

Bernie Ecclestone
Ecclestone hatte mit dem Eisenbahnraub von 1963 offenbar nichts zu tun
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Gerüchte und Spekulationen, die oftmals nicht einmal älter werden als die Zeitspanne, die nötig ist, um sie in den Medien zu verbreiten, gehören seit Jahren zur Formel 1 wie Adam zu Eva und das Bier in den Kühlschrank. Ein solches Gerücht tauchte freilich nie in den Medien auf, sondern war stets nur hinter vorgehaltener Hand Thema - bis jetzt.

Konkret geht es um den spektakulären Eisenbahnraub bei Cheddington von 1963, der in Großbritannien als "The Great Train Robbery" in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Eine Gruppe von ungefähr 20 Kriminellen stahl damals mit einer simplen List - der Zug wurde per gefälschten Streckensignalen umgeleitet und dann überfallen - 2,3 Millionen Britische Pfund in kleinen Scheinen, was umgerechnet auf heutige Verhältnisse einem Gegenwert von knapp 60 Millionen Euro entspricht.

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Niemand hat Ecclestone je darauf angesprochen...

Seither kursierte das Gerücht, dass Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone damals in irgendeiner Form in den Raub verwickelt gewesen sein könnte, doch in all den Jahren hat es nie ein Journalist gewagt, den heute 74-Jährigen darauf anzusprechen. Am Rande des Rennwochenendes in Imola hatte jedoch Brian Viner, ein Kollege vom britischen 'Independent', einer angesehenen Tageszeitung, erstmals den Mut, Ecclestone direkt damit zu konfrontieren.

"Es war nicht genug Geld in diesem Zug", entgegnete Ecclestone gelassen. "Ich hätte etwas Besseres als das machen können. Aber ich kann sagen, woher dieses Gerücht kommt: Roy James, der Fahrer des Fluchtautos, war früher Rennfahrer. Darum wollten sie ihn im Fluchtauto. Jedenfalls war Roy ein guter Bekannter von Graham Hill, und als er aus dem Gefängnis kam, bat er mich um Arbeit. Ich besaß damals zwar das Brabham-Team, wollte ihn aber nicht fahren lassen."

Räuber von 1963 entwarf die Veranstalter-Trophäe

Stattdessen zeigte er sich anderwärtig behilflich: "Ich habe bei ihm eine Trophäe in Auftrag gegeben. Das ist immer noch die Trophäe, die wir jedes Jahr dem besten Veranstalter geben. Er hat sie gemacht. Ich glaube nicht, dass die Preisträger das realisieren", klärte Ecclestone seine Verbindung zur mehrköpfigen Kriminellenbande - die großteils hinter Gittern gelandet ist, deren Mitglieder heute aber fast wie Helden verehrt werden - auf.

Endgültig vom Tisch ist die Geschichte um den Eisenbahnraub von 1963 damit freilich noch nicht, denn neben Ecclestone hatte damals angeblich auch der heutige McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis seine Finger im Spiel. Dennis war 1963 16 Jahre alt und ein blutjunger Automechaniker kurz vor dem Einstieg in die Formel 1. Sein erstes Geld in der Königsklasse verdiente er Jahre später bei Brabham, also jenem Rennstall, der bis 1987 - genau - Bernie Ecclestone gehörte...