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So stellt sich die FIA den Heckflügel der Zukunft vor

24. Oktober 2005 - 10:49 Uhr

Der Automobilweltverband FIA präsentierte am Montag das Aufsehen erregende Ergebnis einer Aerodynamik-Studie

CDG-Flügel
Zweifelsohne sieht der CDG-Flügel äußerst gewöhnungsbedürftig aus
© FIA

(Motorsport-Total.com) - Vom 21. Mai bis zum 8. Juni befragte der Automobilweltverband FIA insgesamt 93.018 Fans aus 180 Ländern im Internet über verschiedene Themen rund um die Formel 1. Eine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent forderte in dieser Umfrage mehr Überholmanöver in der "Königsklasse des Motorsports". Dieser Forderung will die FIA möglicherweise schon 2007, spätestens 2008 gerecht werden.

Durch die Veränderungen am Formel-1-Reglement, die in erster Linie dazu dienten, die Boliden aus Sicherheitsgründen einzubremsen, wurde das Überholen in den letzten Jahren immer schwieriger: Die Slicks wurden durch Rillenreifen ersetzte, breite Reifen und Autos - die Windschatten generierten - sind schmaleren Pneus und schmaleren Autos gewichen und die Frontflügel wurden stark angehoben, was die Autos zusammen mit der ausgeklügelteren Aerodynamik immer sensibler für die Luftverwirbelungen am Heck eines vorausfahrenden Boliden machte.

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CDG-Flügel
Der Hinterherfahrende soll nicht mehr durch "dirty air" gestört werden
© FIA

Die Teams optimieren die Aerodynamik ihrer Autos natürlich hauptsächlich für das freie Fahren, sprich für einen sauberen Luftstrom, der auf das Auto trifft. Nur wenige Teams sind überhaupt in der Lage, die so genannte "dirty air" eines vorausfahrenden Wettbewerbers im Windkanal zu simulieren und somit die eigene Aerodynamik zu optimieren.

Wenn ein Pilot einen Gegner überholen will, ist er gezwungen, in die Luftverwirbelungen des Vordermanns zu fahren und verliert so einen beträchtlichen Betrag an Abtrieb, was das Überholen sehr erschwert beziehungsweise verunmöglicht, da man in der Kurve vor einer Geraden einem Vorausfahrenden nicht dicht genug folgen kann.

Grundsätzlich gilt die Regel, dass je besser die Aerodynamik des Autos ist, sie eine umso größere negative Auswirkung auf das hinterherfahrende Auto hat, was ein Teufelskreislauf ist, denn somit lassen sich gerade die vorne fahrenden Boliden meist besonders schwer überholen.

CDG-Flügel
Die Simulation zeigt, wie radikal der Luftstrom verändert werden würde
© FIA

Um das Überholen in der Formel 1 zu erleichtern, hat der Automobilweltverband FIA ein Forschungsprogramm gestartet, in dem gezielt die Aerodynamik im Zusammenhang mit dem Überholen untersucht wurde. Das Ziel dabei war es, ein Reglement zu entwerfen, das die Form des Autos so vorschreibt, dass ein hinterherfahrendes Auto durch den Vordermann mehr Abtrieb generieren kann und dabei auch noch weniger Luftwiderstand erfährt, was das Überholen dramatisch erleichtern würde.

Zusammen mit Partner 'AMD' hat man hierzu Simulationen durchgeführt, deren Ergebnis die FIA am Montag der Öffentlichkeit präsentierte. Der Formel-1-Kommission wird die "CDG-Flügel" (Centreline Downwash Generating Wing, auf Deutsch in etwa "An der Mittellinie Abwind generierender Flügel") getaufte Idee am Montag ebenfalls durch FIA-Präsident Max Mosley in London vorgestellt.

CDG-Flügel
Zusätzlich soll es spätestens ab 2008 wieder breite Slicks geben
© FIA

Zusammen mit der Wiedereinführung von profillosen Reifen (Slicks), die auch breiter werden sollen, soll dieser innovative und optisch gewöhnungsbedürftiger Flügel in der Formel-1-Saison 2008 eingeführt werden. "Mit der Unterstützung und der Zusammenarbeit der Teams könnte es möglich sein, diese Änderungen schon 2007 einzuführen", heißt es in der Pressemitteilung.

Die Teams dürften diesen Vorschlag wohl kaum einstimmig abnicken. Eine solche konzeptionelle Umstellung wäre mit immensen Entwicklungskosten verbunden. Zudem haben einige Rennen in diesem Jahr gezeigt, dass man in der Formel 1 durchaus überholen kann. Ferner könnte eine zu radikale "Überholhilfe" dazu führen, dass Überholmanöver zu einfach werden und dadurch ihren Reiz verlieren.