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BMW und WilliamsF1: "Wir bleiben Freunde!"

04. Dezember 2005 - 11:37 Uhr

Bei der Jahresabschlussparty von BMW Motorsport in Seefeld wurde nach sechs Jahren der endgültige Abschied von WilliamsF1 besiegelt

BMW Motorsport Party in Seefeld
Abschiedsfoto 2005: BMW Motorsport feierte gestern im österreichischen Seefeld
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Nach einem letzten Williams und ein paar mühsam unterdrückten Tränen beim endgültigen Abschied von Frank Williams zählt für den Münchner Automobilkonzern BMW ab sofort nur noch das neue eigene Formel-1-Team: "Wir starten von Platz acht, da haben wir viel Raum nach vorne", sagte BMW Entwicklungsvorstand Burkard Göschel bei der traditionellen Motorsportparty der Münchner am Samstag in Seefeld, der sich wie auch Motorsportdirektor Mario Theissen langfristig mit dem BMW Sauber F1 Team den WM-Titel zum Ziel setzt.

Diesen Erfolg hat BMW in sechs Jahren mit dem einstigen Weltmeisterteam WilliamsF1 nicht erreicht, was auch Teambesitzer Frank Williams als Enttäuschung sieht: "Unser Ziel war die WM, das haben wir nicht geschafft. Zehn Siege in sechs Jahren waren zu wenig. Unsere Autos waren einfach nicht schnell genug", gab der im Rollstuhl sitzende Brite offen zu, dessen Rennstall 2006 mit Motoren von Cosworth und dem in Wiesbaden geborenen Nico Rosberg als Piloten fahren wird.

Versöhnliches Ende der sechsjährigen Partnerschaft

Die im Sommer dieses Jahres von BMW verkündete Trennung hat in Williams aber keinen Groll ausgelöst: "Burkard Göschel und Mario Theissen haben gesagt, wir bleiben Freunde. Ich sage, wir sind Freunde", meinte Williams, der trotz schwierigster Wetterbedingungen selbst für einen 30-minütigen Auftritt nach Seefeld gekommen war und fast Tränen in den Augen hatte, als ihm die BMW Bosse zum Abschied eine hauseigene Nobelkarosse (535d) schenkten.

Ihr
Karl Wendlinger Theissen, der am Nachmittag bei einem Pressetermin auf einer Skihütte noch eigenhändig den "letzten Williams" ausgeschenkt hatte, bastelt unterdessen fleißig am neuen BMW Sauber F1 Team und pendelt dafür häufig zwischen seinem Büro in München und dem Teamsitz in Hinwil in der Schweiz, der personell und baulich aufgestockt wird. "Wir machen im Moment alles gleichzeitig", erklärte er, dessen Truppe neben der Konstruktion des am 17. Januar in Valencia enthüllten neuen Boliden ein Interimsauto für die ersten Testfahrten gebaut hat.

Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld war nach den ersten Kilometern schon recht angetan, auch wenn er durch den regelbedingten Umstieg von V10- auf V8-Motoren Leistung vermisst: "Aber damit muss man sich abfinden. Der V10 hat mehr Spaß gemacht, aber 700 PS sind ja auch nicht schlecht", meinte "Quick Nick", der positiv überrascht war, dass das neue Triebwerk weniger Vibrationen produziert als befürchtet.

Heidfeld freut sich auf die Zusammenarbeit mit Villeneuve

Gespannt ist Heidfeld auf seinen neuen Teamkollegen Jacques Villeneuve, der in der vorigen Woche als zweiter Fahrer bestätigt wurde: "Ehrlich gesagt hatte ich während der Saison nicht damit gerechnet, dass er noch mal die Kurve kriegt. Es hat mich gewundert, dass er doch seinen Speed wiedergefunden hat. Bei den letzten Rennen war er aber mit dabei", sagte Heidfeld über den 33 Jahre alten Weltmeister von 1997, der sich gegen Saisonende bei Sauber an Michael Schumachers künftigen Ferrari-Kollegen Felipe Massa herangearbeitet hat.

"Ein Newcomer, der erst die Strecken kennen lernen muss, kann keine konstruktiven Daten liefern."
Nick Heidfeld

Diese Steigerung hat laut Theissen auch den Ausschlag gegeben, dass sich das Team für den Kanadier entschieden hat: "Wir sind überzeugt, dass er hoch motiviert in die neue Saison gehen wird", sagte Theissen, der jetzt noch einen Testpiloten sucht. Heidfeld wünscht sich einen Kollegen, "der Erfahrung hat und sich mit den Strecken auskennt. Ein Newcomer, der erst die Strecken kennen lernen muss, kann keine konstruktiven Daten liefern", sagte er.

Für den emotionalen Höhepunkt des Abends sorgte der Auftritt von Alessandro Zanardi. Der immer fröhliche Italiener, der 2001 bei einem schweren Unfall beide Beine verloren hatte, wurde für seinen Sieg beim Tourenwagen-WM-Lauf in Oschersleben stehend mit Ovationen bedacht.