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Ist Galli Ende Oktober schon wieder fit?

27. August 2008 - 16:45 Uhr

Experte Armin Schwarz hat den verletzten Gigi Galli im Krankenhaus besucht - Für den Italiener geht es jetzt auch wieder einmal um seine Karriere

Gigi Galli und Kollegen
Überraschungsbesuch im Krankenhaus: Gigi Galli und seine Kollegen
© Stobart

(Motorsport-Total.com) - Gigi Galli lässt sich nicht so leicht unterkriegen - auch nicht von einem komplizierten Oberschenkelbruch, den er sich bei seinem schweren Unfall am Freitag der Deutschland-Rallye zugezogen hat. Der Stobart-Pilot ist direkt danach in Trier operiert worden und fällt nun erst einmal längere Zeit aus - und das in einer Saison, in der er endlich wieder ein festes Cockpit hatte.

Im Krankenhaus bekam Galli Besuch von seinen Ford-Kollegen - die liefen, verstärkt von Citroën-Duo Daniel Sordo und Marc Marti, in feuerfester Unterwäsche in seinem Krankenzimmer ein. "Es war toll, dass alle meine Teamkollegen ins Krankenhaus gekommen sind - und was für eine Überraschung, als sie alle in ihrer Unterwäsche ins Zimmer kamen! Wir haben einen tollen Teamgeist und es ist wirklich, wie in einer großen Familie", freute sich der Italiener über den Krankenbesuch.

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Gut drauf wie immer

Nicht nur seine Kollegen haben bei Galli vorbeigeschaut, sondern auch WRC-Experte Armin Schwarz. "Es ist ihm sehr gut gegangen, er hatte keinen Tiefpunkt, sondern war so locker und lustig drauf wie immer", berichtete Schwarz gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Die Ärzte haben Galli zwar gesagt, dass er nun erst ein vier oder fünf Monate lang in Reha gehen muss, doch vielleicht kann der Italiener doch schon in dieser Saison wieder ins Geschehen eingreifen.

"Wenn er Glück hat und sehr, sehr, sehr viel arbeitet, klappt vielleicht Japan oder vielleicht die letzte Rallye in England."
Armin Schwarz

"Bei einem Sportler kann das wesentlich schneller gehen", sagte Schwarz. "So wie ich ihn kenne, wird er erst einmal abwarten, was ihm die Ärzte raten und dann schauen, dass er schnell in Reha kommt, damit er einfach schnell wieder im Auto sitzt. Korsika und Spanien werden vielleicht noch nicht drin sein, aber wenn er Glück hat und sehr, sehr, sehr viel arbeitet, klappt vielleicht Japan oder vielleicht die letzte Rallye in England."

Besonders tragisch ist, dass die Verletzung Galli in einem Jahr trifft, in dem es nach vielen Auf und Ab endlich gut lief. Nach langer Zeit, in der er nicht wusste, wie es weitergehen kann und wird, fand er bei Stobart einen "sicheren Hafen". Nun musste er den nächsten Rückschlag hinnehmen. "Das ist richtig ja, das tut mir sehr leid für ihn", so Schwarz. "Noch dazu, weil es ein Unfall, für den er selbst nicht einmal etwas konnte."

Plötzlich ging es ins Unterholz

"Wenn ein anderer Fahrer bereit steht, der mehr Geld oder ähnliches mitbringt, dann glaube ich, ist das Geschäft zu hart."
Armin Schwarz

Denn vor Galli hatte ein anderer Pilot einen Stein auf die Strecke geschleudert. "Ich habe mir das in der Superslowmotion noch einmal angeschaut", erklärte der Experte. "Ich hatte das zunächst gar nicht gesehen und hatte mich nur gewundert, wie stark das Auto ausgehebelt wird und wie groß die Welle hätte sein müssen. Ich habe mich gefragt, warum die anderen da nicht gestrauchelt sind. Im Krankenhaus hat Gigi mir gesagt, dass da ein Stein gelegen ist, dann hatte er schon keine Lenkung mehr und es ging schon ab. Das war eine Kurve, die voll im fünften Gang gefahren wurde. Ich habe mir ich das noch einmal angeschaut. Er hatte Recht: Er ist auf einen Stein aufgefahren, das Auto ist vorn in die Höhe gegangen, hat hinten nachgekickt und schon war er im Unterholz."

Der Unfall könnte dramatische Folgen haben - denn hinter der Zukunft von Galli könnte wieder ein Fragezeichen stehen. Welche Chancen hat der Italiener, wenn die Cockpits für 2009 vergeben werden? Ist die WRC so menschlich, seine bisher gezeigten Leistungen zu würdigen? Oder kann man sich in dem knallharten Geschäft einfach keine noch so unverschuldete Zwangspause leisten? Schwarz: "Wenn ein anderer Fahrer bereit steht, der mehr Geld oder ähnliches mitbringt, dann glaube ich, ist das Geschäft zu hart."

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