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Loeb von Anfang an hellwach

07. August 2008 - 13:47 Uhr

Experte Armin Schwarz kennt den Schlüssel zu Sébastien Loebs Finnland-Sieg - Die Jagd nach jeder einzelnen Sekunde hat sich als richtige Taktik erwiesen

Daniel Elena und Sébastien Loeb
Sébastien Loeb und Daniel Elena haben erstmals in Finnland gewonnen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Sébastien Loeb hat seinen Sieg in Finnland als "einen der schönsten" seiner bisher 42 WRC-Siege bezeichnet. Und tatsächlich war der Triumph etwas ganz Besonderes. Bisher haben nämlich nur vier Nicht-Skandinavier Mittel und Wege gefunden, die "Flying Finns" und ihre skandinavischen Kollegen beim "Schotter-Grand-Prix" zu schlagen. Vor Loeb waren dies Carlos Sainz, Didier Auriol und Markko Märtin, wobei Letzterer als Este eigentlich auch schon als "halber Finne" zu werten ist.

Man muss offenbar schon mit den finnischen Waldwegen aufgewachsen sein, um mit den dortigen Besonderheiten zurechtzukommen. "Finnland ist aus vielerlei Hinsicht eine besondere Rallye", sagte Experte Armin Schwarz gegenüber 'Motorsport-Total.com' über die Eigenheiten des finnischen WM-Laufs. "Die Geschwindigkeit ist einfach extrem hoch, es gibt keine Schotterrallye, die so schnell ist wie Finnland, du hast immer Kuppen und Sprünge, es ist fast wie in einer Achterbahn - auf und ab. Dazu kommt sehr viel Haftung. Gerade wenn der Schotter leicht feucht ist, hast du einen Irrsinns-Grip auf den Straßen und Wegen. Und die meisten Wege sind überhöht, dass du auch eine Art Steilkurve hast, wo es noch einmal Extra-Grip gibt."

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Hirvonen hatte immer das Nachsehen

Loeb hat es nun nach vielen erfolglosen Anläufen geschafft, sich gegen die übermächtige heimische Konkurrenz durchzusetzen. Ford-Pilot Mikko Hirvonen, der als Topfavorit in den Lauf gestartet war, lag von der ersten Prüfung an hinter dem Franzosen und konnte nicht ein einziges Mal die Führung übernehmen. Loeb war immer eine Nasenlänge voraus.

"Loeb hat dieses Mal nicht die ersten zwei, drei Prüfungen verschlafen, wie er das oft schon einmal gemacht hat."
Armin Schwarz

"Was auffallend war: Loeb hat dieses Mal nicht die ersten zwei, drei Prüfungen verschlafen, wie er das oft schon einmal gemacht hat. Sondern er ist ganz zielstrebig gleich ab der ersten Prüfung richtig schnell gefahren und hatte keinen Durchhänger. Das war der Schlüssel zum Erfolg", analysierte Schwarz. "Hirvonen hat sich sicher gedacht, dass er die ersten zwei, drei Prüfungen ein bisschen lockerer fahren kann. Aber Loeb ist von Anfang an so aggressiv gefahren, als ob die Rallye nur 20 Kilometer lang wäre."

Die Taktik ging auf

Citroën-Star Loeb entschied sich bewusst dafür, seine Führung auch nicht zu Gunsten der Taktik aufzugeben. Am Freitagabend ging er nicht vom Gas, sondern beendete den ersten Tag an der Spitze, auch wenn er damit am Samstag eine etwas schlechtere Startposition hatte als Rivale Hirvonen.

"Er hat sich sicher gedacht, dass Mikko die Prüfungen am Samstag in- und auswendig kennt und deshalb ein ganz schwieriger Gegner sein wird", sagte Schwarz zu Loebs Vollgas-Taktik. "Deshalb ist er nicht auf Nummer Sicher gegangen und hat gesagt 'Ich will nicht Erster auf der Strecke sein', sondern er hat sich gesagt: 'Jede Sekunde, die ich nehmen kann, die nehme ich'. Ich Nachhinein hat sich ja herausgestellt, dass das richtig war." Loeb hatte im Ziel genau neun Sekunden Vorsprung auf den Finnen.

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